Wie ernährt sich ein politisch extrem rechts gerichteter Mensch heutzutage „arisch“ im Zeitalter der Globalisierung?

Der Hintergrund meiner Frage:

Wie kann ich Angst vor etwas haben und es hassen, wenn ich mich mit Gerichten dieser Menschen ernähre? Jeden Tag deutsches Schnitzel, deutsches Eisbein und deutsches … ja was noch? … auf dem Teller fände ich so was von öde und langweilig. Wo bleibt die Vielfalt durch andere Kulturen und Küchen? Dazu muss man aber diese kennen lernen (wollen) und seine Angst und seinen Hass ablegen. Nicht vieles, was von außen aus anderen Ländern kommt, ist „schlecht“. Das wenigste meistens.

Bei der derzeitigen Anschlagsserie aus der ganz rechten Terrorszene frage ich mich als Feinschmecker und Hobbykoch, warum solche Menschen Döner(imbissinhaber)-Morde begehen und wie sie sich eigentlich ernähren? Wie isst man den ganzen Tag über "germanisch"? Das geht doch gar nicht in Zeiten der Globalisierung!

Ich zähle mal einige Dinge auf, die mir so einfallen:

• Keine Spaghetti, Pasta und Chianti aus Italien?
• Keine Tapas und Rioja aus Spanien?
• Kein Gyros, Tzaziki oder Raki aus Griechenland?
• Keinen Döner aus der Türkei?
• Keine Austern aus Frankreich?
• Keinen Single Malt Whiskey aus Schottland?
• Keinen Wodka oder Kaviar aus Russland?
• Keinen Fisch, Tintenfisch oder Garnelen aus Thailand?
• Kein Sushi aus Japan?
• Kein Chop Suey aus China?
• Kein Curry oder Chili zum Würzen aus Indien?

Selbst in einer Tütensuppe eines deutschen Herstellers sind sicherlich getrocknete Tomaten aus Spanien enthalten. Wie ernähren sich also solche Menschen? Sind sie so inkonsequent und widersprüchlich, dass sie das alles essen, aber in ihrer Angst vor allem Fremden und ihrem Hass gegen alles Fremde diese Leute doch ermorden/ermorden wollen?

Aus diesem Grund, um die Widersprüchlichkeit aufzuzeigen und ein Zeichen dagegen – nämlich für Weltoffenheit für fremde Gesellschaften, Kulturen und Zivilisationen – zu setzen, …

… werde ich hier in regelmäßigen Abständen ein ganz spezielles ausländisches Rezept für ein Gericht aus einem Land veröffentlichen. …

Es werden auch Gerichte vertreten sein, die eventuell in Deutschland aufgrund von gesetzlichen Regelungen nicht erlaubt sind, aber im jeweiligen Heimatland als Delikatesse gelten. Auch dies zeigt die Vielfalt der Kulturen und Küchen, vor der man weder Angst haben noch auf die man Hass spüren muss, nur weil sie nicht deutsch sind und aus einem anderen, fremden Land stammen. Einfach mal in die Kochtöpfe hineinschauen, schon das erweitert den Horizont.

Abhilfe:

Gehen Sie in den nächsten Dönerimbiss um die Ecke, kosten Sie dieses köstliche Fastfoodgericht, das gesünder und bekömmlicher ist als die deutsche Currywurst. Schauen Sie dem türkischen Inhaber oder Mitarbeiter in die Augen und auf sein freundliches Lächeln, wenn er Ihnen den Döner präsentiert: Vor ihm brauchen Sie keine Angst zu haben. Und wenn Sie sich das bewusst machen und sich mit ihm freundlich unterhalten, werden Sie plötzlich merken: Man kann von anderen Kulturen gegenseitig lernen. Das ist erstaunlich, nicht wahr?

Gegenteilige Konsequenz:

Kein Türke in Deutschland –> kein Dönerimbiss –> kein Döner. Und auch alle anderen oben genannten kulinarischen Leckereien gäbe es bei uns nicht.

Dies würde bedeuten: Nur noch deutsches Fleisch, deutsche Kartoffeln und deutsches Gemüse. Und – mal ehrlich – das war dann alles, was mir (m)eine Küche zu bieten hat? Ich möchte wirklich nicht mehr in die rein deutsche Eisbein- und Sauerkrautzeit zurück und auf diese ganzen leckeren Sachen verzichten …

Erste Reaktionen zu diesem Projekt:

„Sehr gute Idee und eine gute Webseite. Das thailändische Rezept ist originell. Ich genieße ab und zu Heuschrecken auf dem Markt, ausgesprochen lecker. Originell ist die Chillipaste, das Rezept werde ich meiner Frau zeigen. Auch die anderen Gerichte sind sehr anspruchsvoll.“

Volkmar Schöne, Thailand, November 2011



Peru:
Cuy chactado –
Gebratenes Meerschweinchen

Cuy chactado ist ein traditionelles Gericht der peruanischen Küche und das dortige Nationalgericht. In der Andenregion werden die Cuy genannten Meerschweinchen nachweislich seit etwa 900 v. Chr. gegessen. Diese Meerschweinchen werden für die Zubereitung speziell gezüchtet und sind nur über Zuchtbetriebe zu bekommen, sie sind nicht über den normalen Haustierhandel erhältlich. In Peru werden im Jahr etwa 65 Mill. Meerschweinchen gegessen.

Cuy chactado ist ein überliefertes Rezept für eine spezielle Zubereitungsart. Das Meerschwein wird ausgenommen und im Ganzen zubereitet – ähnlich wie ein Huhn. Das Fleisch wird zunächst mit Gewürzen eingerieben, wobei Cayennepfeffer und Salsa eine wichtige Rolle spielt. Man lässt es einige Stunden Geschmack annehmen, dann wird es in der Pfanne angebraten, wobei es während des Bratens mit einem flachen Stein beschwert wird. Das Cuy wird mit Kartoffeln und Salsa-Soße serviert. Es ist üblich, das ganze Tier auf dem Teller anzurichten inklusive Kopf. Es gibt Variationen, bei der das Tier mit Chili und kleinen heißen Kieselsteinen gefüllt und so gekocht oder ähnlich wie ein Spanferkel dunkelbraun gegrillt wird. In Peru hat jede Andenregion eigene Rezepte für die Zubereitung von Meerschweinen.

Zutaten:

• 2 Meerschweinchen
• 12 Kartoffeln
• 100 g geröstete Erdnüsse
• 100 g Salzcracker
• 100 ml Wasser
• 300 ml Salsa-Soße
• 2 Knochblauchzehen
• Cayennepfeffer
• Salz
• Fett zum Braten

Zubereitung:

Die Meerschweinchen mit Salz und Cayennepfeffer einreiben. Knochblauchzehen zerdrücken und mit der Salsa-Soße bestreichen. Das Meerschweinchen mit der Soßen-Mischung bestreichen und einige Stunden marinieren lassen. Meerschweinchen von beiden Seiten im heißen Fett etwa 30 Minuten braten. Kartoffeln kochen. Erdnüsse fein hacken und in einer Pfanne kurz rösten. 100 ml Wasser und restliche Salsa zugeben. Cracker in der Soße auflösen. Die Soße sollte nicht zu flüssig sein. Eventuell mit Salz, Pfeffer und Tabasco nachwürzen. Meerschweinchen im Ganzen – oder jeweils in zwei Hälften geteilt – mit Kartoffeln und Soße anrichten und genießen.

Videos:

Variante als fritiertes Meerschweinchen (spanisch)
Variante als gegrilltes Meerschweinchen (spanisch)
Beitrag eines Restaurantgastes (englisch)

Foto:

Gebratenes Meerschweinchen mit Beilage

Foto: © argentinalife.net
Text: © http://de.wikipedia.org/wiki/Cuy_chactado, 15.11.2011
Zutaten/Zubereitung: © http://peruanito.de/rezepte/cuy-meerschweinchen/cuy-chactado-gebratenes-meerschweinchen, 15.11.2011


Polen:
Katze in Sahne

In Düsseldorf bietet ein Gastwirt in seinem Restaurant Katzenbraten an, mit den Worten: „Natürlich ist es eine Provokation, aber schon zu Kriegszeiten haben die Menschen Katzenbraten statt des rar gewordenen Hasenbratens gegessen.“ „Katzenbraten in Wurzelsoße“ heißt der Stein des Anstoßes und kostet 35,20 € pro Portion. Von wo die Gaststätte das Katzenfleisch bezieht, wird von dem Betreiber aus Sicherheitsgründen geheimgehalten, da es auch schon mehrere Morddrohungen von radikalen „Katzenliebhabern“ gegeben hat. Da er durch die Medienberichterstattung über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden ist, muß er mehrmals pro Woche die Polizei rufen, da immer wieder „irgendwelche Spinner“ seine Gäste beschimpfen und sie am betreten des Lokals hindern wollen.

In Italien wurde ein Sternekoch vom Restaurantinhaber entlassen, weil er ein Menü mit einem Katzenbraten auf die Speisekarte gesetzt hatte – der Koch hatte vorher recherchiert, dass dieses Fleischgericht vor 300 Jahren traditionell in den Restaurants seiner Stadt auf der Speisekarte gestanden hatte.

Ebenfalls in Italien suspendierte ein weithin bekannter Fernsehsender einen Starkoch aus seiner Kochsendung, da er ein Rezept mit Katzenfleisch vorstellte. „Katzenfleisch ist schmackhafter als das Fleisch vieler anderer Tiere“, versicherte der angesehene TV-Koch Beppe Bigazzi. Er berichtete auch über einen alten Brauch in der Toskana, tote Katzen drei Tage lang im Wasser eines Baches zu halten, um ihr Fleisch aufzuweichen und es dann leichter zu kochen. Bigazzi erklärte, er habe lediglich über die in einigen italienischen Regionen verbreitete Tradition der Vergangenheit gesprochen, Katzen zu essen. „Ich habe mich nur auf einen alten Brauch bezogen“, rechtfertigte sich Bigazzi.

Katzenfleisch dient – in jeweils mehr oder weniger geringem Umfang – unter anderem in Südchina, Nordvietnam, Korea, Peru, Großbritannien und der Schweiz zu Nahrungszwecken.

In Südchina und Nordvietnam wird Katzenfleisch als „wärmend im Winter“ beschrieben. Sowohl der Magen als auch die Eingeweide der Katze werden gegessen und aus dem Fleisch werden gerne Fleischbällchen gedreht, während der Kopf weggeworfen wird.

Beim peruanischen Santa-Efigenia-Festival im September werden jeweils Katzenkochtechniken demonstriert.

Historisch wurden Katzen auch im Westen gegessen. In Europa werden Katzen auch heutzutage in einigen ländlichen Teilen der Schweiz konsumiert. Offiziell ist der Verzehr von und Handel mit Katzenfleisch verboten – nicht jedoch für den privaten Gebrauch. Wenn also ein Bauer auf seinem Bauernhof zu viele Katzen hat und ihrer nicht mehr Herr wird, hat er die Möglichkeit, eine oder mehrere davon für den privaten Verzehr in den Kochtopf wandern zu lassen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde infolge der Nahrungsknappheit mehr Katzenfleisch gegessen. Es soll geschmacklich Kaninchenfleisch ähneln. Nach dem traditionellen Rezept von Bauernhöfen einiger Regionen zum Beispiel werden Katzen mit Thymian gekocht. Bewohner von Norditalien, besonders in Vicenza, werden noch immer „mangiagatti“ („Katzenfresser“) genannt – ein Spottname der venezianischen Sprache.

Australische Aborigines in der Gegend von Alice Springs haben die Sitte entwickelt, Katzen zu essen, die europäische Siedler in die Region eingeführt haben.

Nach jüdischen und islamischen Speisegesetzen ist der Konsum von Katzenfleisch nicht erlaubt.

Zutaten:

• 1 Katze, abgehangen
• Buttermilch zum Marinieren
• 1 EL Wacholderbeeren
• 1/3 TL gemahlener Pfeffer 
• 1 große Zwiebel
• 1 Knollensellerie
• 2 Karotten
• 1 Petersilienwurzel
• Salz
• 100 Gramm Butter, eventuell mehr, je nach Grösse der Katze
• 1 Steinpilz, getrocknet und eingeweicht
• 300 ml Doppelrahm, leicht sauer
• 1 1/2 Teelöffel Mehl

Zubereitung:

Nach diesem polnischen Rezept mariniert man eine abgehangene Katze, nachdem sie abgezogen und gesäubert worden ist, für zwei Tage in täglich gewechselter Buttermilch. Anschliessend mit einem scharfen Messer die das Fleisch überziehenden Häute entfernen. Verwendet werden Rücken und Keulen. Aus dem Vorderteil, Leber, Herz, Lungen und eventuell dem Magen kann eine Pastete bereitet werden. Die ausgenommene Katze mit fein zerkleinerten Wacholderbeeren und etwas gemahlenem Pfeffer einreiben und dann mit in dünne Scheiben geschnittenem Gemüse belegen. Die so vorbereitete Katze einige Stunden lang an einem kühlen Ort lagern. Danach das Gemüse wegnehmen, das Fleisch mäßig salzen. In einen Schmortopf geben und mit viel frischen Butterstückchen belegen. Dann das vorher in Scheiben geschnittene Gemüse zugeben. Es darf noch ein getrockneter Steinpilz mit dem Einweichwasser hinzukommen. Den zugedeckten Schmortopf mit Deckel in den etwa 180 °C (Umfluft) heißen Backofen schieben. Während des Bratens der Katze des öfteren mit dem Bratensaft übergießen. Ist das Fleisch gebraten, mit leicht saurer und dicker Sahne übergießen, die mit dem Mehl gut verrührt wurde. Die Katze 10–15 Minuten in der Sahne schmoren lassen, damit die Soße Geschmack erhält und entsprechend sämig wird. In Portionsstücke geteilt, wird die Katze auf eine vorgewärmte Aufschnittplatte gelegt, mit der Soße übergossen und mit dem Gemüse serviert. Dazu eignen sich Kartoffeln, die man vor Ende der Garzeit der Katze zubereitet.

[Anmerkung: Das Rezept enthält keine Dauer für den Bratvorgang. Erfahrungsgemäß sollten für diese Fleischart und Temperatur ca. 50–60 Min. ausreichend sein.]

Foto:

Katzen vor dem Schlachten für ein Katzengericht auf einem ostasiatischen Markt

Foto: © Anna Frodesiak
Text: © http://kurznachrichten.wordpress.com/2009/07/13/dusseldorfer-lokal-bietet-katzenbraten-an-tierschutzer-protestieren, 15.11.2011, http://derstandard.at/1266278926198/Italien-empoert-Fernseh-Koch-stellte-Rezept-mit-Katzenfleisch-vor, 15.11.2011, http://de.wikipedia.org/wiki/Katzenfleisch, 15.11.2011
Zutaten/Zubereitung: © http://www.cuisine.at/rezept_0886450_katze_in_sahne_auf_polnische_art.php, 15.11.2011


Thailand:
Pad Prig Geng Taggataen –
Knusprig gebratene scharfe Heuschrecken

In Thailand ist die Zubereitung und der Genuss von Insekten weit verbreitet. Man bekommt sie z. B. in Bangkok in vielen Straßenrestaurants. Ein Bekannter, der in Bangkok lebt, sagte mir, die Insekten wären sehr knusprig, würden sehr gut schmecken und am besten mit einem gut gekühlten Bier zu genießen.

Der Verzehr von Insekten war auch in Westeuropa bis vor einigen hundert Jahren sehr verbreitet und Gerichte dazu standen auf den Speisekarten. Leider ist dieses Wissen im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen und verschwunden. Aus diesem Grund ekeln sich mittlerweile viele Westeuropäer vor diesen Speisen, was aber eher mit Voreingenommenheit und Vorurteilen zu tun hat denn mit tatsächlicher Kennnis der Speisen. Ernährungwissenschaftler argumentieren, dass mit dem Verzehr von Insekten auch in Europa eine große Eiweißquelle erschlossen werden könnte, dies die Massenzucht von Rindern, Schweinen und Hühnern mit all ihren Konsequenzen reduzieren und auch für die Ernährung in der restlichen Welt einen Beitrag zur Lösung des Hungerproblems beitragen könnte.

Die meisten der folgenden Zuaten erhalten Sie in einem Asia-Shop. Die Heuschrecken bzw. Grillen bekommen Sie in einem Tierbedarf-Geschäft, das Lebendfutter für Reptilien führt. Dort gibt es diese Tiere zu kaufen. Es sind auch reine Zuchttiere, die hier primär zur Fütterung von anderen in Heimhaltung gehaltenen Tieren dienen. Sie können sicher sein, dass hier für die Aufzucht dieser Tiere auch ein bestimmtes Maß an Qualität und Hygiene aufgewendet wird. Zum Abtöten der Heuschrecken/Heimchen geben Sie diese in der Aufbewahrungsbox für ca. 10–15 Minuten in das Gefrierfach Ihres Kühlschranks. Die Tiere werden auf diese Weise schonend schockgefroren und getötet. Sie können sie danach dann säubern und reinigen.

Zutaten Chilipaste:

• 8 Schalotten, in Scheiben geschnitten
• 6 Knoblauchzehen, in Scheiben geschnitten
• 1 Tasse getrocknete Garnelen
• 2 Tassen Gemüseöl
• 1/2 Tasse kleine gedörrte Chilis
• 3 EL Fischsoße
• 1 EL Palmzucker
• 1 1/2 EL Tamarindensaft
• 1/3 TL Salz

Zubereitung:

In einem Wok das Öl erhitzen, Schalotten und Knboblauch goldbraun braten. Anschließend aus dem Öl nehmen und abtropfen lassen. Garnelen und Chilis in das Öl geben und ebenfalls goldbraun braten, gleichfalls aus dem Öl nehmen und abtropfen lassen. In einem Mixer oder Mörser werden Garnelen, Schalotten, Knoblauch, Chilis und Zucker zerhackt bzw. zerstampft und vermischt. Hinzu gibt man noch die Fischsoße, Tamarindensaft, Salz und das mittlerweile erkaltete Öl. Alles zu einer feinen Paste vermischen.

Zutaten Gericht:

• 50 große Heuschrecken, oder alternativ 20 Heuschrecken und 50 kleinere Heimchen (Grillen)
• 1 1/2 EL Knoblauch, frisch gehackt
• 1/3 Tasse Öl
• 5 rote Chilis
• 2 EL geröstete Chilipaste
• 2 TL helle Sojasoße
• 1 große Hand voll Basilikumblätter
• 1/2 Tasse Hühnerfond

Zubereitung:

Die abgetöteten Heuschrecken (und eventuell Heimchen) werden gewaschen. Anschließend entfernt man die Flügel und schneidet die Schienen der Sprungbeine ab, da letztere sehr spröde und etwas hakelig schmecken. Die roten Chilis werden in Schreiben geschnittten. Geben Sie das Öl in einen Wok und erhitzen sie es. Die Heuschrecken und den Knoblauch dazugeben, bis die Heuschrecken knusprig und leicht gerötet sind. Geben Sie nun die frischen Chilis und die Chilipaste hinein, auch die Sojasoße. Alles gut vermischen und mit dem Hühnerfond auffüllen. Kurz vor dem Servieren wird das Basilikum eingerührt. Servieren Sie zu diesem Gericht Reis.

Foto:

Gericht beim Zubereiten im eigenen Wok

Foto: © Thomas Biedermann
Zutaten/Zubereitung: © Fritsche Ingo/Gitsaga Bubpa, Das Insektenkochbuch, 2. Auflage, Münster 2009, S. 54


Korea:
Bulgogi

Bulgogi ist ein traditionelles koreanisches Gericht, das gern an Festtagen verzehrt wird. Es lässt sich mit Rinder- oder Schweinfleisch zubereiten. Das ursprüngliche Gericht wird jedoch mit Rindfleisch gegart.

Asiatische Zubereitungen werden nie – wie es in den westlichen Ländern üblich ist – alleine am Tisch serviert. Vielfach wird gleichzeitig eine Suppe dazu gereicht, verschiedene Gemüsesorten, die in kleinen Schälchen mariniert oder mit Essig und Öl angerichtet sind – Sojabohnen, Mungobohnen- oder Bambussprossen, klein geschnittener Lauch, Spinat, Algen oder Ingwer – oder das berühmte Kimchi. Letzteres ist eine Beilage, die in Korea seit 2000 Jahren bekannt ist.

Für Kimchi werden Chinakohl und Rettich mit einigen Kräutern und einer speziellen, koreanischen Paprikapaste, die nur in Asia-Shops zu bekommen ist, eingelegt. Es entsteht eine scharfe, pikant schmeckende und kalt zu essende Gemüsebeilage, die zu jedem koreanischen Gericht gereicht wird. Von der Herstellung ist Kimchi mit dem deutschen Sauerkraut zu vergleichen.

Zutaten für Kimchi:

• 1 Chinakohl
• 1 großer, weißer Rettich
• 3 Bund Schnittlauch
• 2 Bund Frühlingszwiebeln
• 1 Knolle Knoblauch
• 1 Stück frische Ingwerwurzel
• 4 EL (koreanisches) Paprikapulver (scharf)
• 6 EL Sambal Oelek
• 2 EL Zucker
• Salz

Zubereitungszeit: 25 Min. / Einweichzeit: 3 Stdn. / Ruhezeit: mindestens 3 Tage

Zubereitung:

Chinakohlblätter halbieren und einige der äußeren Blätter beiseite legen. Die restlichen weißen, halbierten Blätter in eine Schüssel legen und mit einer Lake, zubereitet aus 2 l Wasser und 8 EL Salz, übergießen. Für 3 Stdn. einweichen. Den Rettich waschen, in dünne Scheiben und feine Streifen schneiden. In einer Schüssel mit Salz bestreut 10–15 Min. ziehen lassen. Beides nach der Einweichzeit abspülen. Schnittlauch, Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Ingwerwurzel fein hacken. Rettichstreifen mit dem Paprikapulver vermengen. Knoblauch, Ingwer, Schnittlauch, Frühlingszwiebeln, Zucker und Sambal Oelek damit vermischen. Zwischen die nochmals halbierten Chinakohlblätter jeweils etwas von der Rettichmischung füllen und die Blätter so in einem Steinguttopf übereinander stapeln. Mit einigen äußeren Kohlblättern abdecken. Genügend Salzwasser – 4–5 EL Salz pro Liter Wasser – darüber gießen, sodass die Chinakohlblätter bedeckt sind. Auf das Ganze einen schweren Gegenstand legen, abdichten und kühl stellen. Mehrere Tage ziehen lassen.

Zutaten für Bulgogi:

• 800 g Rindfleisch
• 2 Zwiebeln
• 1 Stange Lauch oder 2 Lauchzwiebeln
• 4 Knoblauchzehen
• 100 g frische Champignons
• 2 EL Zucker
• 2 EL Sesamöl
• 4 EL Sojasauce
• 4 EL Reiswein
• Olivenöl

Zubereitungszeit: 2 1/2 Stdn.

Zubereitung:

Das Fleisch möglichst 1–2 mm dünn im gefrorenen Zustand in kleine Streifen schneiden. Die Zwiebeln in Ringe und die Champignons in dünne Scheiben schneiden, den Lauch fein zerkleinern, dann den Knoblauch klein reiben und zum Fleisch geben. Den Zucker, das Sesamöl, die Sojasauce und den Reiswein hinzugeben. Alles händisch kräftig vermengen, 1–2 Stdn. in den Kühlschrank geben und durchziehen lassen.

Traditionell wird das marinierte Fleisch auf einem Tischgrill scharf angebraten („Feuerfleisch“) und kurz gegart. Es geht natürlich auch in allen handelsüblichen Pfannen oder im Wok. Gereicht wird es mit gekochtem Reis und den erwähnten Suppen- oder Gemüsebeilagen.

Dazu harmoniert ein geschmackvoller Chardonnay oder ein Muscadet.

Fotos:

Auf dem Tisch angerichtetes Bulgogi mit Beilagen
Kimchi

Fotos: © http://dasreiskorn.wordpress.com/
Zutaten/Zubereitung: © Biedermann, Thomas, chön charfe chilichoten, Hamburg 2011


Frankreich:
Überbackene Austern

Das Gericht mit den überbackenen Austern fand ich merkwürdigerweise auf einer Urlaubsreise in London. In einem chinesischen Restaurant in Soho, der „Chinatown“, fiel mir ein Gericht auf, das ich in chinesischen Restaurants in Deutschland noch nie gesehen hatte: gebratene Austern. Ich dachte mir: „Hei, warum gibt es solche Gerichte nicht auch in Deutschland, damit man mal etwas Außergewöhnliches essen kann?“ Glücklicherweise muss ich dazu auch nicht mehr nach London fliegen, weil ich vor Kurzem zwei Fisch-Restaurants in Hamburg ausfindig gemacht habe, die dieses Gericht auch anbieten.

Wenn Sie schon einmal Austern gegessen haben, kennen Sie sie wahrscheinlich nur in der „normalen“ Variante. Rohe Austern mit etwas Zitronensaft beträufeln und dann schön schlürfen. Eine Delikatesse! Austern schmecken einfach köstlich, sind sehr vitaminreich und leicht verdaulich.

Doch nun zu dem Rezept. Für die Zubereitung der überbackenen Austern benötigen Sie eine Béchamelsauce. Danach folgt das eigentliche Rezept für die Austern. Dieses Rezept ist für eine Person gedacht, da schon allein ein halbes Dutzend Austern eine recht kostspielige Angelegenheit ist.

Zutaten für Béchamelsauce:

• 1/2 l Milch
• 1 1/2 EL Butter (ca. 60 g)
• 1 fein gehackte Schalotte oder 1 EL fein gehackte, milde Zwiebel
• 1 Prise Muskat
• 1 frischen, zerriebenen Thymianzweig oder 1/4 TL zerriebenen, getrockneten Thymian
• 1 Prise weißen Pfeffer
• Mehl
• Salz

Zubereitungszeit: 30 Min.

Zubereitung:

Bringen Sie die Milch mit der Zwiebel und Gewürzen in einem Topf zum Kochen und stellen Sie ihn sofort beiseite. Lassen Sie die Butter auf schwacher Hitze in einer großen, schweren Kasserolle zergehen und schlagen Sie, abseits von der Herdplatte, das Mehl mit dem Schneebesen hinein. Erhitzen Sie das Gemisch vorsichtig wieder und rühren Sie es dabei ständig, bis das Butter-Mehl-Gemisch zu schäumen beginnt. Nun gießen Sie die Milch unter ständigem Schlagen mit dem Schneebesen dazu, lassen alles leicht aufkochen und achten darauf, dass das Mehl sich vollständig in der Milch auflöst. Sobald die Sauce dick wird und die Drähte des Schneebesens überzieht, schalten Sie die Temperatur herunter und lassen die Sauce 20 Min. unter gelegentlichem Rühren sieden. Danach streichen Sie die Sauce durch ein feines Sieb. Mit dem Rücken eines Löffels drücken Sie alle Zwiebelrückstände gut aus, bevor sie verworfen werden.

Die Béchamelsauce, die Sie nun hergestellt haben, lässt sich im Kühlschrank über eine Woche, im Gefrierfach sogar Monate aufheben. Sie eignet sich unter anderem gut für Blumenkohl oder anderes Gemüse zum Anrichten und Überbacken.

Zutaten für überbackene Austern:

• 6 Austern
• 2 EL Béchamelsauce
• 1 EL Butter
• 50 g süße Sahne
• 1 Eigelb
• Gruyère
• Butter

Zubereitungszeit: 15 Min.

Zubereitung:

Öffnen Sie die Austern, lösen das Austernfleich heraus und braten Sie es kurz in Butter an. Während die Austern nur kurz in der Butter braten, vermischen Sie den restlichen Austernsaft, also das Meerwasser, mit der Béchamelsauce, der Butter, der Sahne und dem Eigelb, salzen und pfeffern es und bringen es zum Kochen. Am besten verquirlen Sie die Zutaten mit dem Schneebesen. Achten Sie bitte vorher darauf, dass in dem Austernsaft des Öfteren noch kleine Bruchstücke der Schalen sein können, die beim Öffnen der Austern abgebrochen sind und die Sie entfernen sollten. Dann geben Sie eine große Portion geriebenen Gruyère zu der Sauce dazu. Füllen Sie die Austern in eine hitzefeste kleine Auflaufform, übergießen Sie diese mit der Sauce und lassen Sie das Ganze ca. 10 Min. bei großer Oberhitze im Backofen oder der Mikrowelle, wenn diese einen Grill hat, überbacken.

Zu diesem Rezept gibt es einige Variationen: Sie können die Austern auch in trockenem Wermut pochieren, anstelle sie anzubraten, oder sogar in Pernod. Oder Sie bestreuen die Austern vor dem Überbacken mit Semmelbrösel oder mit klein gehackten Champignons.

Austern – auch überbacken – sind als Vorspeise immer ein Genuss.

Foto: © Mike Schwarzenbeck/pixelio.de
Zutaten/Zubereitung:
© Biedermann, Thomas, chön charfe chilichoten, Hamburg 2011


Thailand:
Gebratener Hund mit Reis

Mein Kollege aus Thailand hat mir nun endlich ein Hunde-Rezept übermittelt, das er vermutlich in der „China Town“ in Bangkok gefunden hat. Wie in jeder größeren Millionenmetropole auf dieser Welt hat auch Bangkok eine eigene „China Town“, in der mehrheitlich Chinesen leben und dort ihre Geschäfte und Restaurants betreiben. Und da es im Süden des Mutterlands China nach wie vor traditionell ist, auch Hunde zuzubereiten, wird dies in den „China Towns“ auf aller Welt zum Teil auch angeboten.

Aber nicht nur in Thailand oder im Süden Chinas, auch in Ländern wie Vietnam oder Kambodscha steht Hundefleisch auf der Speisekarte und wird gern gegessen.

In Deutschland kann man dieses Gericht nicht nachkochen. Gemäß verschiedener Gesetzessammlungen wie auch dem Tierschutzgesetz ist es in Deutschland verboten, Hundefleisch zu importieren, Hunde für den Verzehr zu züchten, Hundefleisch in den Handel und Verkauf zu bringen und es somit zuzubereiten. So schmackhaft dieses Rezept für kulinarisch aufgeschlossene Menschen klingt, da bleibt nur ein Urlaubsflug in die jeweiigen Länder, in denen man dieses Gericht angeboten bekommt.

Das Rezept meines Kollegen war leider ein wenig kurz gefasst und enthielt keine Mengenangaben zu den Bestandteilen des Gerichts. Sie werden – so Sie sich in einem Land befinden, in dem man dieses Gericht zubereiten darf – daher die Mengen der Bestandteile abschätzen müssen. Er hat auch keine Angaben zu der Art des Hundefleischs gemacht, also zu der gezüchteten Hunderasse oder der Art des Fleischs, das sich am besten für das Gericht eignet. Vermutlich hat ein Hunde ähnliche Fleischstücke wie ein Rind oder Schwein – also Filet, Schnitzel, Braten, Keule usw. Ich gehe jedoch davon aus, dass es eher ein übliches Gericht für den Wok ist und sich somit am besten Fleisch zum Kurzbraten eignet und kein Bratenstück, das nur zum längeren Dämpfen und Schmoren geeignet ist.

Das Fleisch in der Sonne zu trocknen ist natürlich in unseren Breiten schwierig. Das geht höchstens in ganz heißen Sommermonaten wie Juli oder August, wenn man das Fleisch ausgebreitet auf einer Platte, mit Frischhaltefolie abgedeckt oder mit einem größeren Deckel, in der Sonne trocknen lassen kann. In Thailand ist das natürlich sicherlich sehr viel einfacher, weil dort tagsüber höhere Temperaturen herrschen. Machen Sie es vielleicht alternativ einfach so, das kleingeschnittene Fleisch gut mit Folie oder Deckel abgedeckt einen Tag an einem kühlen Ort trocknen zu lassen. Nach einem Tag wird das Fleisch sicherlich noch keine Verfallserscheinungen oder eine Ungenießbarkeit aufweisen.

Zutaten für das Hundefleisch:

• Hundefleisch
• Sesamöl

Zutaten für den Reis:

• Chinesischer Duftreis
• Junge Zwiebeln
• Karotten
• Mehrere Zweige frischer Koriander

Zubereitung:

Das Fleisch in kleine Streifen schneiden und einen Tag in der Sonne trocknen.

Schneiden Sie die Zwiebeln klein und die Karotten in kleine Stifte. Garen Sie sie im Wok in Sesamöl kurz an. Schneiden Sie den Koriander klein. Nun bereiten Sie den Reis zu und mischen den gegarten Reis mit dem Gemüse und dem Koriander.

Das kleingeschnittene Fleisch in Sesamöl im Wok anbraten. Das Fleisch wird absichtlich nicht gewürzt.

Das Fleisch wird dann zu dem gegarten Reis serviert. Das Gericht ist ungewürzt und jeder würzt sich sein Essen selbst: mit Chilisauce, Essig mit Chili, Fischsauce oder Sojasauce.

Der Reis ist bei diesem Gericht reichlich und der vorherrschende Bestandteil. Das gebratenen Hundefleisch ist nur eine Zugabe oder zusätzliche Zutat.

Fotos: © allmystery.de, Cornelia George/fotocommunity.de, kinderzeitmaschine.de
Zutaten/Zubereitung:
© Volkmar Schöne, Thailand


Türkei:
Döner

Auf Anregung einer Kollegin habe ich nun das ultimative Ausländer-Gericht in diese Rezeptauflistung aufgenommen: den türkischen Döner. Diesmal nicht am Döner-Imbissstand gekauft, mit Döner vom Drehspieß. Sondern in der heimischen Küche nach einem Originalrezept in der Pfanne zubereitet. Eigentlich esse oder empfehle ich keinerlei Junk- oder Fastfoodgerichte, aber beim Döner kann man da immer eine Ausnahme machen, denn: Er wird frisch aus frischen Zutaten wie Salat/Gemüse, Fleisch und Sauce/Gewürzen zubereitet. Das Rezept ist für einen Döner für eine Person gedacht.

Zutaten:

• 75 g Rotkohl
• 75 g Weißkohl
• 1 TL Weißweinessig
• 1 Blatt Eisbergsalat
• 1 kleine Tomate

• 100 g Hähnchenbrust- oder Putenbrustfilet
• 1 kleine Zwiebel
• 1 TL Olivenöl

• 125 g fettarmer Joghurt
• 100 g Salatgurke
• 50 g Fetakäse
• 1 Knoblauchzehe
• eventuell Zitronensaft
• 1 EL frische Kräuter

• Salz und Pfeffer
• Gyrosgewürz (Gewürzmischung)
• Curry
• Pul biber (türkischer, gebrochener, scharfer Paprika)

• 1 kleines Fladenbrot

Zubereitung:

Kohl in Streifen schneiden. Essig dazugeben. Das Blatt Eisbergsalat und die Tomate klein schneiden. Alles zusammen durchkneten und mit Salz und Pfeffer würzen.

Zwiebeln in Scheiben und Hähnchenbrust-/Putenbrustfilet in kleine Streifen schneiden, dann Fleisch und Zwiebeln mit Gyrosgewürz, Curry, Pul Biber und Öl mit den Händen gut vermischen.

Gemüse/Salat und Fleisch jeweils ca. 1 Std. kalt stellen.

Gurke halbieren, eine Hälfte in dünne Scheiben schneiden, die andere Hälfte raspeln.

Knoblauch fein hacken. Fetakäse in kleine Würfel schneiden. Joghurt, Knoblauch, Fetakäse, geraspelte Gurke, kleingeschnittene Kräuter und eventuell Zitronensaft verrühren, mit Salz, Pfeffer und Curry abschmecken.

Pfanne erhitzen, Öl wird keines benötigt, weil die Fleischmischung schon Öl enthält. Fleischmischung unter Wenden 4–5 Minuten braten. Fladenbrot im Toaster oder im vorgeheizten Backofen bei ca. 200° C Umluft 3 Minuten rösten.

Eine Seite aufschneiden und abwechselnd mit dem Gemüse/Salat, den Hähnchenbrust- bzw. Putenbruststreifen und der Sauce befüllen.

Zubereitungszeit: 25 Min.

Ruhezeit: 1 Std.

Garzeit: 5 Min.

Fotos:
Zwei Variationen eines Döners

Fotos:© chefkoch.de
Anregungen zu Zutaten/Zubereitung:
© chefkoch.de


Italien:
Pizza Margherita

Pizza ist neben Pasta sicherlich der erfolgreichste kulinarische Export Italiens. Wobei Italien vermutlich nicht das Ursprungsland der Pizza – also eines gebackenen Teigfladens mit Belag – ist. Vermutlich geht diese Zubereitungsart auf die Griechen zurück. Eine entscheidende Veränderung bei dieser Zubereitungart ergab sich jedoch im 16. Jahrhundert, als die Tomate ihren Weg aus Amerika nach Europa und damit auf den Boden der Pizza fand. Und der Name der eigentlichen Urpizza, der Pizza Margherita, geht vermutlich auf die italienische Königin Margherita im 19. Jahrhundert zurück, die bei einer Präsentation von verschiedenen Pizzen die Version mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum als Favoriten wählte. Diese Pizza wurde somit zum eigentlichen Klassiker der Pizzen und enthält trotz ihren nur drei Zutaten – abgesehen von den Gewürzen – alles, was eine Pizza ausmacht. Und: Sie trägt mit den Farben Rot, Weiß und Grün auch die Farben der italienischen Nationalflagge in sich.

Pizzen werden ja heute in jedem größeren Supermarkt oder Discounter angeboten, entweder als küchenfertige gefrorene Variante für gerade ein paar Euro. Oder eben als fertige Backmischung für den eigenen Backofen, mit der man mit zusätzlichen Zutaten als Beläge seine eigene Pizzavariation herstellen kann. Auch jeder Pizzalieferservice liefert Pizzen heutzutage relativ schnell nach Hause, manchmal auch in den abwegigsten Variationen, was die Beläge angeht. Das geht manchmal über die traditionelle italienische Küche weit hinaus und es ist fraglich, ob diese stark belegten Pizzen mit vielen unterschiedlichen Belägen im Geschmack eigentlich noch harmonieren.

Aber es bleibt nach wie vor wie bei jedem selbst zuhause aus frischen Zutaten zubereiteten Gericht: Eine komplett selbstgemachte Pizza kommt ohne industrielle Zusätze aus und schmeckt auch unvergleichlich viel besser.

Zutaten für den Teig:

• 500 g Mehl (ein schwereres Weizenmehl als Typ 405, nämlich z. B. Typ 550)
• 200 ml Wasser
• 1/2 Würfel frische Hefe
• 1 EL Olivenöl
• 1 TL Salz
• 1 TL Zucker
• 100 ml Milch

Zubereitung:

Alle Zutaten sollen lauwarm sein – auch Hefe und Wasser –, nur dann entsteht ein harmonischer Teig. Lösen Sie in einer großen Schüssel die Hefe in einem Teil des Wassers auf und verrühren Sie sie. Dann lassen Sie das Ganze einige Minuten stehen. Nun nach und nach die anderen Zutaten hinzufügen. Es entsteht eine weiche, nicht zu klebrige Masse, die Sie dann aus der Schüssel nehmen und 10 Min. auf einem mit Mehl bestäubten großen Backbrett kneten. Den Teig immer wieder viertelweise drehen und kräftig mit den Händen durchkneten. Danach den Teig je nach Menge portionieren und in eine gefettete Schüssel legen. Bei Zimmertemperatur etwa drei Stunden gehen lassen. Sie können ihn in der kalten Jahreszeit auch zugedeckt über der Heizung aufgehen lassen. Rollen sie den Teig dann zu einer Scheibe in der Größe aus, wie Sie die Pizza haben möchten oder Ihr Backblech fasst. Alternativ können Sie auch eine „Backblech“-Pizza machen und den Teig rechteckig füllend auf dem Backblech ausrollen. Der Teig soll insgesamt dünn sein, nur der Rand darf etwas höher sein.

Die Bilder von Pizzabäckern in Pizzarestaurants, die bei der Zubereitung des Teigs diesen hochwerfen und kreisrund in der Luft drehen, sollten Sie ganz schnell vergessen. Jeder normalsterbliche private Koch, der zuhause eine Pizza zubereitet, ist zu so etwas nicht in der Lage – der Pizzateig würde vermutlich auf dem Fussboden oder der Küchenablage landen. Diese Fertigkeiten und Zubereitungsmöglichkeiten haben nur speziell ausgebildete Pizzabäcker.

Zutaten für den Belag:

• Tomaten
• eventuell Tomatenmark
• Mozzarella
• Salz
• Pfeffer
• frischer Oregano
• Olivenöl
• frisches Basilikum

Zubereitung:

Nehmen sie für die Tomatensauce entweder sehr aromatische, gehäutete, frische Tomaten oder Flaschentomaten aus der Dose, abgetropft – ggf. sogar ausgedrückt – und fein gehackt. Pürieren Sie die Tomaten in einem Mixer klein und schmecken Sie sie mit etwas Olivenöl, Salz, Pfeffer und frischem Oregano ab. Die Sauce sollte noch sehr dick sein. Sie können bei Bedarf auch etwas Tomatenmark hinzugeben. Streichen Sie 2–3 Esslöffel der Sauce dünn auf den Pizzaboden und lassen Sie am Rand etwa 3 Zentimeter frei.

Als Normalverbraucher können Sie ruhig die günstige Variante des Mozzarella als Kugel aus Kuhmilch verwenden. Schneiden Sie die Kugel – oder bei mehr Bedarf weitere Kugeln – in kleine Würfel, drücken Sie in einem Sieb aus und lssen Sie im Kühlschrank noch einige Stunden stehen. Dann eine gute Handvoll auf dem Pizzaboden verteilen. Für die Margherita kann man einige Scheiben Mozzarella auch noch kurz vor Ende der Backzeit mit auf die Pizza geben. Einige Tropfen Olivenöl vor dem Backen machen sich auf der Pizza auch gut.

Die Pizza Margherita mit ihren drei Zutaten ist die klassischste und stilvollste Pizza. Sie benötigt nicht mehr an Zutaten, um zu munden. Improvisieren und Experimentieren ist bei einer Pizza immer möglich. Aber es sollte im Rahmen bleiben. Alle Abweichungen sollten nur in den Grenzen guten Geschmacks oder kulinarischer Verantwortlichkeit des Zubereitenden geschehen. Manche überbordenden Beläge auf einer Pizza harmonieren nicht miteinander, machen die Pizza zu schwerlastig, und sie schmeckt dann nicht mehr. Eine typisch italienische Pizza ist nie überbordend belegt oder extrem gewürzt. Der Teig steht im Vordergrund und die Zutaten sollen harmonieren. Hier gilt der Spruch: Weniger ist mehr.

Da italienische Restaurants oder Pizzabäcker mit Pizzaöfen arbeiten, die Temperaturen von 350–400° C erzeugen, dies ein heimischer Backofen aber nicht erreichen kann, muss er auf höchster Stufe vorgeheizt werden. Auf das Backblech kann können Sie vor dem Daraufgeben der Pizza etwas Maismehl streuen, das ein Anbrennen verhindert. Die Pizza benötigt bei 270° C knapp 10 Minuten. Die Oberfläche sollte einige Blasen werfen. Der Rand sollte unregelmäßig gebräunt und aufgegangen sein. Portionieren Sie die fertige Pizza am besten mit einem Pizzaschneider. Dann geben Sie vor dem Anrichten und Servieren noch ein paar Tropfen Olivenöl und etwas kleingeschnittenes, frisches Basilikum darauf.

Zubereitungszeit: 30 Min.

Ruhezeit: 3 Std.

Garzeit: 10 Min.

Fotos:
Pizza Margherita, Zubereitung des Teigs und Bestreichen des Teigs

Fotos:© pizzeria-rialto.com, stefan-kocht.de, freepic.com
Zutaten/Zubereitung: © effilee.de


Ungarn:
Ungarisches Gulasch

Gulasch kann man in den verschiedensten Arten zubereiten. Man kann immer ein wenig das Rezept variieren, zusätzlich ein wenig Gemüse hinzufügen, mit Senf oder anderen Gewürzen abschmecken, oder auch Sahne kann man zum Verfeinern der Sauce verwenden. Aber ungarisches Gulasch hat ein ganz eigenes, unverwechselbares Rezept, so dass auch immer ein "unverändertes" ungarisches Gulasch nach dem Zubereiten herauskommt. Wenn man dies zubereiten will, sollte man am Originalrezept möglichst wenig verändern. Nur so erhält man den ursprünglichen Geschmack.

Zutaten:

• 250 g Rindergulasch
• 1/2 Gemüsezwiebel
• 4 Zehen Knoblauch
• 1 rote Paprika oder auch 2 kleine rote Spitzpaprika
• 1 grüne Paprika oder auch 2 milde grüne Pepperoni
• 1/2 l Rinderfond
• 1 EL Tomatenmark
•1 rote Chilischote
• 2 Lorbeerblätter
• 1/2 TL Kümmel
• 1/2 Zitrone (Schale einer biologisch produzierten Zitrone oder Saft)
• Salz
• Pfeffer
• scharfer Paprika
• Olivenöl oder Butter

Zubereitung:

Schneiden Sie die Zwiebel und den Knoblauch in Scheiben. Erhitzen Sie in einem kleinen Topf das Olivenöl oder die Butter. Dünsten Sie die Zwiebel und die Knoblauchzehen darin. Geben Sie das Fleisch dazu und braten sie alles zusammen an. Dann mischen Sie das Tomatenmark unter.

Nehmen Sie den Topf vom Herd. Geben Sie Lorbeerblätter, Paprikagewürz, die Zitronenschale oder den Saft, Kümmel, Salz und Pfeffer hinzu und füllen Sie alles mit dem Rinderfond auf. Dann lassen Sie alles bei kleiner Hitze 40 Min. köcheln.

Scheiden Sie die Paprika oder Pepperoni in kleine Stücke und die Chilischote in Streifen. Geben Sie alles zu dem Gericht hinzu. Dann lassen Sie alles nochmals 10 Min. köcheln. Danach das Gulasch eventuell nochmals mit Salz, Pfeffer oder Paprika abschmecken.

Zum ungarischen Gulasch passen gut Semmelknödel, Kartoffenknödel, Bandnudeln oder Tagliatelle.

Zubereitungszeit: 10 Min.

Garzeit: 50 Min.

Fotos:
Fertiges ungarisches Gulasch, Zubereitung von ungarischem Gulasch

Fotos:© Thomas Biedermann
Zutaten/Zubereitung: © chefkoch.de

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